Warum ich PostNotes gebaut habe
PostNotes begann nicht als Produkt. Es begann mit einer Diagnose.
Ende 2025 bekam ich die Diagnose: unheilbarer Lungenkrebs. Ich schreibe mein ganzes Leben lang Software, und plötzlich stand ich vor einem Problem, das mit Code nichts zu tun hatte. Ich wollte, dass mein Sohn alles von mir bekommt, was er braucht: meine Worte und die Dinge, die er wissen soll. Und ich wollte nicht, dass er im schlimmsten Moment seines Lebens monatelang mit Papierkram kämpfen muss.
Ich habe nach etwas gesucht, das genau das kann. Es gibt solche Dienste, aber mir gefiel nicht, wie sie funktionieren. Die meisten arbeiten mit einem „Totmannschalter“. Sie schreiben dir regelmäßig, und wenn du nicht mehr antwortest, gehen sie davon aus, dass du gestorben bist, und verschicken alles. Damit konnte ich mich nie anfreunden. Ein paar unbeantwortete E-Mails bedeuten nicht, dass jemand nicht mehr lebt. Und etwas so Wichtiges wollte ich nicht einem Timer überlassen.
Also habe ich gemacht, was ich meistens mache, wenn es etwas nicht gibt, das ich brauche: Ich habe es selbst gebaut. PostNotes gibt nie etwas frei, nur weil du dich eine Weile nicht meldest. Eine Nachricht wird zugestellt, wenn jemand, dem du vertraust, bestätigt, dass es so weit ist. Dafür gibt es einen Link, den du selbst einrichtest. Du bestimmst, wer ihn nutzen darf, ob Familie, Anwalt oder eine Freundin, und ab wann. Wird er doch einmal aus Versehen benutzt, lässt sich das bemerken und rückgängig machen. Die Entscheidung trifft ein Mensch, kein Countdown.
Worauf ich bestanden habe
Es gehört dir, und nur dir
Du kannst jede Nachricht in deinem Browser verschlüsseln, bevor sie gespeichert wird. Du legst ein Passwort fest, und PostNotes speichert nur die verschlüsselte Fassung. Diese Nachrichten kann bei uns niemand lesen, auch ich nicht, weil wir den Schlüssel nie haben. Das ist freiwillig und du entscheidest bei jeder Nachricht neu, denn das Passwort muss deine Familie ja auch irgendwann bekommen. Wenn du es aber nutzt, gibt es für uns wirklich keinen Weg, die Nachricht zu öffnen.
Freigegeben von einem Menschen, nicht von einem Timer
Eine Nachricht wird zugestellt, wenn eine Person deines Vertrauens das über einen Link bestätigt, den du einrichtest. Du legst fest, wer das ist, ab wann der Link gilt und wie sich ein versehentliches Auslösen rückgängig machen lässt. Niemand schickt dir Erinnerungen, und niemand versucht zu deuten, warum du dich nicht meldest.
Niemand muss alle anrufen
Wenn jemand stirbt, muss irgendwer es allen anderen sagen. Das ist eine der schwersten und einsamsten Aufgaben überhaupt. Bei PostNotes kannst du eine Liste von E-Mail-Adressen hinterlegen, und wenn es so weit ist, werden diese Menschen benachrichtigt. Deine Familie muss nicht allein am Telefon sitzen und dieselbe Nachricht wieder und wieder überbringen.
Gebaut, um mich zu überdauern
PostNotes muss noch laufen, lange nachdem ich gegangen bin. Darum geht es ja überhaupt. Ich mache das nicht allein, es stehen noch andere Menschen dahinter. Es am Laufen zu halten und deine Worte so lange sicher aufzubewahren, wie sie gebraucht werden, verspreche ich meiner eigenen Familie genauso wie deiner.
Die allererste Nachricht auf PostNotes habe ich für ihn geschrieben. Sie ist privat, und sie wird ihn erreichen, wenn ich es ihm nicht mehr selbst sagen kann. Jede Funktion und jede Sicherung hier gibt es, weil diese eine Nachricht sicher sein musste.
Mir wurde das alles an dem Tag klar, an dem ich die Diagnose bekam. Aber das betrifft nicht nur Menschen mit einer Diagnose. Keiner von uns kann sich aussuchen, was ihm passiert. Wir können aber entscheiden, was wir den Menschen hinterlassen, die wir lieben: ein paar Worte von uns und etwas weniger, das sie allein tragen müssen.